BMG/Verordnungen 08. Juli 2010
83. Gesundheitsministerkonferenz will Psychotherapeutenausbildung reformieren

Die 83. Gesundheitsministerkonferenz (GMK) sieht die dringende Notwendigkeit, die Psychotherapeutenausbildung zu reformieren. Die Gesundheitsminister der Länder haben am 1. Juli das Bundesgesundheitsministerium (BMG) einstimmig und "mit Nachdruck" gebeten, möglichst bald eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Novellierung des Psychotherapeutengesetzes einzusetzen.

Unabhängig von einer umfassenden Reform wollen die Bundesländer die Ausbildungszugänge zum Psychologischen Psychotherapeuten (PP) und zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (KJP) neu regeln. Für beide Berufe soll entweder ein Diplomabschluss einer Universität oder gleichgestellten Hochschule oder ein Masterabschluss Zugangsvoraussetzung werden.

"Damit die Reform der Psychotherapeutenausbildung noch in dieser Legislaturperiode realisiert werden kann, müssen wir eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe mit einem überzeugenden Gesetzentwurf unterstützen", stellt Prof. Dr. Rainer Richter, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), fest. Ohne eine baldige Ausbildungsreform droht eine bundesweite Etablierung des Bachelorabschlusses als Zugangsvoraussetzung zur Psychotherapeutenausbildung. Bereits heute ermöglicht dieser Abschluss in neun von 16 Bundesländern den Zugang zur KJP-Ausbildung. "Darüber hinaus bleibt ohne eine Reform die unerträgliche finanzielle Situation der meisten Ausbildungsteilnehmer während der praktischen Tätigkeit unverändert", warnt der BPtK-Präsident.

Das BMG betonte noch im April die Notwendigkeit, die Psychotherapeutenausbildung umfassend zu reformieren. Es schloss allerdings in einem Schreiben an den Bundesverband der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten aus, lediglich die Zugangsvoraussetzungen zur PP- und KJP-Ausbildung zu ändern.

Ziel der BPtK ist es deshalb, so Richter, am Ende des Jahres einen Entwurf für die Reform des Psychotherapeutengesetzes zu präsentieren, der gemeinsam mit den Landespsychotherapeutenkammern, Berufs- und Fachverbänden, Ausbildungsteilnehmern, Ausbildungsstätten und Hochschulvertretern erarbeitet werden soll. Ein Ausbildungsgipfel am 26. Oktober 2010 wird Gelegenheit bieten, die Vorschläge gemeinsam zu diskutieren. "Dies ist ein ehrgeiziges Ziel. Die große Einigkeit, mit der die Delegierten des 16. Deutschen Psychotherapeutentages im Mai bereits Eckpunkte zur Psychotherapeutenausbildung beschlossen haben, gibt uns die Zuversicht, trotz des engen Zeitplans einen konkreten Gesetzentwurf erarbeiten zu können."

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