BPtK 02. Oktober 2013
Benjamin Lemke neuer Sprecher der Bundeskonferenz PiA

PiA hoch besorgt um Klinikplätze für die Praktische Tätigkeit

Die Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) haben auf ihrer 9. Bundeskonferenz am 24. September 2013 Benjamin Lemke aus Berlin zum neuen Sprecher und Sven Baumbach aus Hessen zum neuen Stellvertreter gewählt. Theresia Köthke aus Niedersachsen wurde in ihrem Amt als stellvertretende Sprecherin bestätigt. Der bisherige Sprecher, Robin Siegel, sowie seine Stellvertreterin, Marty Auer, waren nicht mehr zur Wahl angetreten.

Das neue Sprecherteam berichtet in Berlin über die Arbeit der 9. Bundeskonferenz:
„Mit großer Sorge diskutierten die versammelten PiA-Landesprecherinnen die Entwicklung der aktuell zur Verfügung stehenden Plätze für die Praktische Tätigkeit. Die Verknappung sei vor allem in Zusammenhang mit den Befürchtungen bestimmter Klinikleitungen infolge des Gerichtsurteils des Landesarbeitsgerichts aus Hamm vom 29. November 2012 zu sehen. Seitdem bestünden gute Aussichten, erfolgreich Rechtsmittel in Kliniken einzulegen, in denen trotz hoher Verantwortung keine Vergütung gezahlt werde, so der scheidende Sprecher der Bundeskonferenz PiA Robin Siegel.

In der Diskussion wurde als positiv angesehen, dass Kliniken das Urteil zur Kenntnis genommen hätten, dass der Status quo in vielen Kliniken nicht mehr haltbar sei. Daran müssten auch die Ausbildungsinstitute erinnern, da sie für die Durchführung der Praktischen Tätigkeit die Verantwortung hätten. Die Landesvertreterinnen waren einhellig der Meinung, dass unter Einbezug aller relevanten Akteure Mindeststandards für die Praktische Tätigkeit zu formulieren wären, wie in den Ländern Saarland, Nordrhein-Westfalen oder Berlin bereits geschehen. Zur Unterstützung gründete die Bundeskonferenz PiA eine Arbeitsgruppe, um die Mindeststandards an die Praktische Tätigkeit und Qualitätsstandards für die Ausbildung flächendeckend weiterzuentwickeln und ihre Implementierung länderspezifisch voranzubringen.

Gemeinsam erarbeitete Vereinbarungen könnten die vorhandenen Klinikplätze sichern, so die Hoffnung des neu gewählten Sprechers Benjamin Lemke. Gleichzeitig müsse dringend dafür gesorgt werden, dass insbesondere im KJP-Bereich ausreichend Plätze bereitgestellt und angemessen vergütet werden.

In der abschließenden Diskussion um die zukünftige Reform der Psychotherapeutenausbildung wurden lebhaft Argumente ausgetauscht. Mit breiter Mehrheit fasste die Bundeskonferenz PiA den Entschluss, zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Position gegenüber einer möglichen ‚Direktausbildung‘ zu beziehen. Vielmehr müsse die Diskussion um das neu zu definierende Berufsbild kritisch begleitet und die daraus abgeleiteten Kompetenzprofile für die einzelnen Ausbildungsabschnitte vor dem Hintergrund der langjährigen Erfahrungen mit der postgradualen Ausbildung bewertet werden.“

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