EU 25. Oktober 2007
EU-Weißbuch: "Gemeinsam für die Gesundheit"

Die Europäische Kommission hat am Dienstag ein Weißbuch zur europäischen Gesundheitspolitik verabschiedet und darin eine "erste gesundheitspolitische Strategie der Gemeinschaft" für die Jahre von 2008 bis 2013 beschrieben. Die gesundheitspolitischen Herausforderungen der nächsten Jahre erforderten einen "langfristigen Ansatz" und machten eine Zusammenarbeit auf Gemeinschaftsebene "unverzichtbar". Dazu gehörten sowohl größere, grenzübergreifende Gesundheitsgefahren wie Pandemien und Bioterrorismus als auch Fragen des freien Verkehrs von Waren, Personen und Dienstleistungen.

Das Weißbuch formuliert drei strategische Ziele:

  • Förderung der Gesundheit älterer Menschen,
  • Stärkung der Überwachung und Reaktion auf Gesundheitsgefahren,
  • Förderung dynamischer Gesundheitssysteme und neuer Technologien.

Das Weißbuch bezeichnet die gesunden Lebensjahre als einen Schlüsselfaktor für das Wirtschaftswachstum in der Gemeinschaft und unterstreicht, dass damit nicht nur die Zahl der Lebensjahre, sondern die Lebenserwartung der Bevölkerung bei guter Gesundheit gemeint sei.

Insbesondere sei die hohe Zahl der krankheitsbedingt arbeitsunfähigen Menschen zu senken. Während der Krankenstand in Deutschland auf einen historischen Tiefststand gesunken ist, hat sich der Anteil der psychischen Erkrankungen als Ursache für Arbeitsunfähigkeit seit 1990 auf acht Prozent mehr als verdoppelt. Depressionen sind eine der häufigsten Einzeldiagnosen überhaupt. Außerdem erfolgt jede dritte Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit aufgrund einer psychischen Erkrankung. Psychische Störungen sind mit 32,3 Prozent die wichtigste Diagnose für eine Frührente - und das mit Abstand. Erkrankungen von Skelett, Muskel- und Bindegewebe folgen erst mit 18,1 Prozent auf Platz 2. Psychische Erkrankungen sind als Grund für eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit in den vergangenen 20 Jahren um fast 300 Prozent gestiegen (1983: 8,6 Prozent).

Ferner fordert das Weißbuch, die Investitionen in Prävention zu erhöhen. Im OECD-Durchschnitt beträgt der Anteil für Prävention, Gesundheitsförderung und öffentliche Gesundheit durchschnittlich drei Prozent. Schließlich empfiehlt die EU-Strategie bis 2013 auch, neue Partner in die Gesundheitspolitik einzubeziehen.

Das EU-Weißbuch passt in die Brüsseler Strategie, mehr Einfluss in der Gesundheitspolitik zu gewinnen. EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou kündigte Anfang Oktober einen Richtlinienvorschlag an, der die Modernisierung der Gesundheitssysteme als eine gemeinschaftliche Aufgabe beschreibt und den Anspruch der Versicherten, sich im europäischen Ausland behandeln zu lassen, auf eine breitere gesetzliche Grundlage stellen will. Der Richtlinienentwurf soll Ende November als abgestimmter Kommissionsvorschlag zur Beratung und Annahme dem Europaparlament und dem Europäischen Ministerrat vorgelegt werden. Weitere Schritte zur Verbesserung der Patientensicherheit bei stationären Behandlungen und zur Mobilität von Ärzten und Psychotherapeuten kündigte Kyprianou für das kommende Jahr an.

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