BPtK 15. Mai 2009
Kinderbetreuung

BPtK fordert bessere Qualität der Kinderbetreuung

"Die Auseinandersetzungen um die Kinderbetreuung dürfen nicht auf Kosten der Kinder ausgetragen werden", fordert Prof. Dr. Rainer Richter, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), angesichts der Streiks in Kindertagesstätten. "Ich bitte die Kontrahenten deshalb um Augenmaß. Die Betreuung der Kinder sollte immer sichergestellt sein. Der BPtK-Präsident fordert auch eine intensive Diskussion um die Qualität der Kinderbetreuung: "Die Ausbildung der Erzieherinnen muss angesichts der vielfältigen Aufgaben, die eine Kinderbetreuung heute erfüllen muss, verbessert werden." Erzieherinnen sollten auch fordern, für ihre Aufgaben angemessener qualifiziert zu werden.

Kindertagesstätten haben heute grundlegend neue Aufgaben zu erfüllen, die für die Zukunft der Kinder, aber auch des gesellschaftlichen Zusammenlebens entscheidend sind. Neu sind:

  • Betreuung von Kleinstkindern bis 3 Jahren: "Für Kleinkinder ist insbesondere eine behutsame Eingewöhnung in die Kindertagesstätte oder -krippe sehr wichtig", stell BPtK-Vorstand Peter Lehndorfer fest. "Ein gelungener Übergang und eine vertrauensvolle Beziehung der Erzieherin zum Kind haben massive Auswirkungen auf dessen Entwicklungsmöglichkeiten." Insbesondere Säuglinge können durch die morgendlichen Trennungen überfordert werden. Erzieherinnen benötigen daher eine bessere Ausbildung in Säuglingsbeobachtung und ein ausgezeichnetes Verständnis nonverbaler kindlicher Kommunikation. "Gerade die Betreuung von Kleinstkindern kann gar nicht qualitativ hoch genug sein. Die bisherigen Betreuungsschlüssel reichen nicht aus." Für Kinder bis zu 12 Monaten wäre ein Schlüssel von 1 : 3, für Kinder zwischen 12 und 26 Monaten von 1 : 5 erforderlich.
  • Psychische Erkrankungen: Erzieherinnen benötigen heute ein umfangreiches entwicklungspsychologisches Wissen, das sie befähigt, frühzeitig psychische Auffälligkeiten oder Störungen zu erkennen. Konzentrationsschwächen oder Hyperaktivität fallen meist erst viel zu spät mit der Einschulung der Kinder auf. "Kindertagesstätten müssen erheblich mehr präventive Aufgaben im Gesundheitsschutz der Kinder übernehmen", forderte BPtK-Vorstand Lehndorfer. "Erzieher sind oft auch Ansprechpartner für Kinder und Jugendliche, die ihre Sorgen und Nöte mit ihnen teilen wollen und Rat suchen."
  • Soziale Integration: Eine qualitativ hohe Kinderbetreuung kann sich sehr positiv sowohl auf die kognitive und sprachliche Entwicklung als auch das soziale Verhalten auswirken. Kinder aus Familien mit geringer Bildung oder anderen Sprachen könnten sehr vom Besuch einer guten Kindertagesstätte profitieren. "Erzieherinnen machen einen der wichtigsten Jobs in unserer Gesellschaft", stellte BPtK-Präsident Richter fest. "Sie brauchen dafür eine bessere Ausbildung, gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung."

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