Allgemeine Nachricht 18. Februar 2008
Kindertagespflege professionalisieren

Bis 2013 soll bundesweit für rund ein Drittel der Kinder unter drei Jahren eine Betreuung außerhalb der Familie möglich sein. Nach diesen Plänen der Bundesregierung müssten neben zusätzlichen Plätzen in Kindertagesstätten jährlich mindestens 30.000 Betreuungsplätze in der Kindertagespflege ("Tagesmütter") zusätzlich geschaffen werden.

"Die professionelle Betreuung von Kindern unter drei Jahren erfordert umfangreiches entwicklungspsychologisches Wissen und emotionale Kompetenzen", stellte Peter Lehndorfer, Vorstandsmitglied der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), fest. "Eine gelungene Bindung in dieser sehr sensiblen Lebensphase ist für jedes Kind ein nicht zu unterschätzender Schutzfaktor." Der Ausbau der Kleinstkinderbetreuung erfordere deshalb "einen deutlichen Qualitätsschub in Kindertagesstätten und insbesondere in der Tagespflege". "Wer Kinder in der Tagespflege nicht nur verwahren, sondern fördern will, braucht eine bessere psychologische und pädagogische Qualifizierung der Tagesmütter und -väter", forderte Lehndorfer.

Grundsätzlich kann sich ein Kind in der Tagespflege genauso gut entwickeln wie zu Hause. "Aus unserer Sicht ist von besonderer Wichtigkeit, dass die Kinder nicht durch die täglichen morgendlichen Trennungen überfordert werden", erklärte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut Peter Lehndorfer. "Abrupte Trennungen können die Psyche eines kleinen Kindes überfordern und zu Rückzugsverhalten, Aggressivität und Ängsten führen." Entscheidend für eine positive Entwicklung des Kindes sei, dass sich Eltern und BetreuerInnen verstehen und vertrauen. "Auf dieser Grundlage ist das Kind in der Lage, eine vertrauensvolle emotionale Beziehung auch zur Tagesmutter aufzubauen", erläutert Lehndorfer.

Bisher ist es in Deutschland noch gängige Praxis, Kleinstkinder durch geringer qualifizierte Personen betreuen zu lassen als ältere Kinder und Jugendliche. "Psychotherapeuten plädieren jedoch dafür, gerade die Betreuer von Kleinstkindern besonders zu qualifizieren", forderte der BPtK-Vorstand. Diese Betreuer benötigten aber nicht allein ausreichend theoretisches Wissen über die existenzielle Intensität der Eltern-Kind-Bindung, sondern ebenfalls emotionale und Handlungskompetenzen. "Notwendig ist insbesondere eine ausreichende praktische Erfahrung in Säuglingsbeobachtung und im Verständnis nonverbaler kindlicher Kommunikation."

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