BPtK 28. August 2013
Nur ein Viertel aller Alkoholkranken wird behandelt

BPtK: Sucht früher erkennen und stärker zur Behandlung motivieren

Nur etwa ein Viertel der Menschen mit einem Alkoholmissbrauch nimmt innerhalb eines Jahres eine Suchtbehandlung in Anspruch. „Die Behandlung von Suchtkranken beginnt oft viel zu spät und zu häufig erst nach einer Krankenhauseinweisung“, kritisiert Prof. Dr. Rainer Richter, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK). Dabei könne und solle die Motivation zu einer Behandlung frühzeitiger gefördert werden. „Zu warten, bis ein Alkoholkranker von selbst erkennt, dass er Hilfe braucht, ist therapeutisch überholt und kostet volkswirtschaftlich Milliarden“, so Richter.

Der AOK-Fehlzeiten-Report 2013 hatte berechnet, dass Alkohol- und Tabaksucht die deutsche Wirtschaft mit rund 60 Milliarden Euro jährlich belasten. Arbeitnehmer fehlen über eine Million Tage im Jahr aufgrund von schädlichem Alkoholkonsum. Die Gesamtzahl der betrieblichen Fehltage steigt seit Jahren. Nach dem AOK-Report nahm daher die Zahl der Tage, die Beschäftigte infolge der Einnahme von Suchtmitteln krankgeschrieben waren, in den vergangenen zehn Jahren um 17 Prozent von zwei auf 2,4 Millionen Tage pro Jahr zu.

„Die bisherige Suchtprävention und -früherkennung reicht nicht aus“, kritisiert Richter. Die BPtK fordert, professionelle Hilfen schon zu nutzen, wenn noch keine Alkoholerkrankung vorliegt, aber schon gefährlich häufig oder viel getrunken wird. „Eine Motivation zur Behandlung kann bei Alkoholkranken früher als bislang angenommen aufgebaut werden“, erklärt Richter. Die betriebliche Prävention könne mit professionellen Gesprächstechniken („Motivational Interviewing“) die Bereitschaft gefährdeter sowie bereits abhängiger Arbeitnehmer erhöhen, ihren Alkoholkonsum zu kontrollieren bzw. aufzugeben und sich behandeln zu lassen.

Wenn ein Betroffener dann eine psychotherapeutische Behandlung wünscht, kann er seit April 2011 eine ambulante Psychotherapie bereits beginnen, wenn er noch nicht abstinent ist. Der Patient kann dadurch rechtzeitig unterstützt werden, keinen Alkohol mehr zu konsumieren und dauerhaft abstinent zu leben.

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