BPtK 14. März 2013
Psychisch kranke Menschen häufiger Opfer tödlicher Gewalt

Große Kohortenstudie in Schweden

Psychisch kranke Menschen werden fünfmal häufiger Opfer tödlicher Gewalt als gesunde Menschen. Das ist das Ergebnis einer Kohortenstudie, in der sieben Millionen Schweden über acht Jahre beobachtet wurden.

Die Studie zeigt, dass zwischen 2001 und 2008 615 Schweden Opfer tödlicher Gewalt wurden. Davon wurde in diesem Zeitraum bei 141 Menschen eine psychische Erkrankung diagnostiziert. Bereinigt um soziodemografische Effekte, hatte ein psychisch kranker Mensch im Vergleich zu einem gesunden das fünffache Risiko, ein Mordopfer zu werden. Das höchste Risiko hatten Menschen, die suchtkrank waren. Um das Zwei- bis Dreifache erhöht war das Risiko von Menschen, die unter Persönlichkeitsstörungen, Depressionen, Angststörungen oder Schizophrenie litten.

Bei der Behandlung und vor allem Betreuung von Menschen mit psychischen Erkrankungen sollte neben den bereits bekannten erhöhten Suizid- und Unfallrisiken künftig auch dieses Risiko beachtet werden.

Links:

Originalstudie als Download auf der Seite des BMJ: Mental disorders and vulnerability to homicidal death: Swedish nationwide cohort study

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