BPtK 22. Mai 2006
Psychotherapie - eine der erfolgreichsten Behandlungen des 21. Jahrhunderts

Psychotherapie ist eine der erfolgreichsten Behandlungen des 21. Jahrhunderts. "Menschen erkranken meist an Leib und Seele", stellte Prof. Dr. Rainer Richter, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), in Berlin fest. Chronisch kranke Menschen brauchen z. B. oft auch eine psychotherapeutische Behandlung. "Das Leben mit Diabetes erfordert mehr als eine richtige Insulin-Dosierung", sagte Prof. Richter. "Nicht selten leiden schwer zuckerkranke Patienten an einer Depression." Auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind häufig mit Störungen verbunden, die psychotherapeutische Interventionen erfordern. "Was wir deshalb dringend brauchen, ist eine bessere Kooperation zwischen Ärzten und Psychotherapeuten", sagte der BPtK-Präsident.

Bisherige Regelungen in der ärztlichen Bedarfsplanung verhindern jedoch eine ausreichende psychotherapeutische Versorgung. 40 Prozent aller Praxen in einem kassenärztlichen Bezirk sind den ärztlichen Psychotherapeuten vorbehalten. "Die Quote schöpfen die ärztlichen Kollegen jedoch nirgendwo in Deutschland aus", erklärte Rainer Richter. Fast 1.800 Vertragsarztsitze, die für ärztliche Psychotherapeuten reserviert sind, waren im Jahr 2005 nicht besetzt. "Das verursacht eine erhebliche Versorgungslücke". Dagegen können sich Psychologische Psychotherapeuten nicht mehr niederlassen, weil ihre Planungsbereiche fast überall in Deutschland gesperrt sind.

"Die exklusive ärztliche Quote führt dazu, dass flächendeckend nicht genügend niedergelassene Psychotherapeuten zur Verfügung stehen und psychisch, aber auch somatisch kranke Patienten unterversorgt sind", stellte der BPtK-Präsident fest. Nur jeder siebte Patient, der wegen einer Depression Hilfe sucht, hat eine Chance, sofort einen Psychotherapieplatz zu finden. Psychische Störungen, die unbehandelt bleiben und chronisch werden, sind die Folge. Das Reservieren von Praxissitzen für ärztliche Psychotherapeuten verschärft die Unterversorgung. Das Ziel, hiermit die ärztliche Psychotherapie zu fördern, wurde zudem verfehlt, denn die Zahl der ärztlichen Psychotherapeuten ist weiter stark rückläufig: Jährlich absolvieren nur noch etwa 60 Kandidaten eine "Facharztprüfung für psychosomatische Medizin".

In Deutschland arbeiten über 12.000 niedergelassene Psychologische Psychotherapeuten. Außerdem sind rund 2.500 Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten in der ambulanten Versorgung von minderjährigen Patienten tätig. Psychotherapie wird auch von ärztlichen Psychotherapeuten angeboten. Zurzeit sind dies rund 3.500 Vertragsärzte, die überwiegend psychotherapeutisch tätig sind. Die psychiatrische Versorgung, die durch ca. 5.000 niedergelassene Psychiater und Nervenärzte sichergestellt wird, ist ein anderes Thema.

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