Allgemeine Nachricht 25. November 2005
Psychotherapiepreis 2005 für Elisabeth Schramm

Für hervorragende Forschungsarbeiten bei Depressions-, Schlaf- und Angststörungen erhielt die Freiburger Psychotherapeutin Dr. Elisabeth Schramm den Psychotherapiepreis 2005.

Die Preisträgerin hat sich insbesondere für die Interpersonellen Psychotherapie (ITP) engagiert, einem speziell auf die Behandlung von Depressionen zugeschnittenes Kurzzeitverfahren, das sich als Prototyp für eine evidenzbasierte, störungsspezifische und schulenübergreifende Therapie bewährt hat.

Elisabeth Schramm arbeitet als Wissenschaftlerin und Psychotherapeutin in leitender Position an der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg. Der Psychotherapiepreis wird jährlich gemeinsam von der Stiftung für Seelische Gesundheit und der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) vergeben.

Die Interpersonelle Psychotherapie geht davon aus, dass depressive Erkrankungen durch verschiedene Faktoren (z.B. biologische Vulnerabilität, Persönlichkeitsmerkmale, Verlusterlebnisse) bedingt sein können, sich jedoch stets in einem psychosozialen und interpersonellen Kontext entwickeln. Das Verstehen und Bearbeiten dieses Kontextes wird als entscheidend für die Heilung der Depression und die Vorbeugung von Rückfällen angesehen. Die Interpersonelle Psychotherapie konnte ihre Wirksamkeit in mehreren randomisierten, kontrollierten Studien nachweisen. Auch für ältere Depressive und Patientinnen mit Essstörungen liegen inzwischen erste Evidenznachweise vor.

Elisabeth Schramm erhielt Anfang der 90er Jahre im Rahmen eines DFG-Stipendiums eine Ausbildung in Interpersoneller Psychotherapie am Western Psychiatric Institute and Clinic in Pittsburgh, USA. Vor Ihrer Tätigkeit am Freiburger Universitätsklinikum war Elisabeth Schramm unter anderem am Max-Planck-Institut für Psychotherapie in München und am Zentralinstitut für seelische Gesundheit in Mannheim beschäftigt. Zurzeit leitet die Psychotherapieforscherin im Arbeitsbereich Affektive Störungen der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklini-kums Freiburg die Arbeitsgruppe "Wirksamkeit und Wirkmechanismen von Psychotherapie". Zu den aktuellen Forschungsarbeiten zählen neben einer DFG-geförderten Studie zur Wirksamkeit der IPT im Vergleich zur kognitiven Verhaltenstherapie bei sozialer Phobie insbesondere ihre Arbeiten zum Thema "Wirksamkeit und Wirkfaktoren der Interpersonellen Psychotherapie bei schwer depressiven, stationär behandelten Patienten" - das Thema, zu dem Elisabeth Schramm derzeit auch ihre Habilitationsschrift verfasst.

Literatur:
Elisabeth Schramm (1998). Interpersonelle Psychotherapie (2. Auflage). Stuttgart: Schattauer.

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