BPtK 24. September 2009
Traumatisierte Soldaten besser versorgen

Bei der Bundeswehr sind derzeit nur 22 der 40 Facharztstellen für Psychiatrie im Sanitätsdienst besetzt. Das geht aus einem Bericht des Psychiaters Mario Horst Lanczik hervor, der im Sommer dieses Jahres Soldaten mit Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) in Afghanistan untersuchte.

"Die Bundeswehr nimmt die psychischen Verletzungen der Soldaten offensichtlich nicht ernst genug", kritisiert Prof. Dr. Rainer Richter, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK). "Die Soldaten brauchen endlich Kriseninterventionsteams aus Ärzten und Psychotherapeuten, die Soldaten, die in Kämpfe und Anschläge verwickelt waren, psychisch untersuchen und versorgen."

Immer mehr deutsche Soldaten kommen mit einem schweren psychischen Trauma aus Auslandseinsätzen zurück. 2008 wurden 245 Soldaten wegen Posttraumatischen Belastungsstörungen in Bundeswehrkrankenhäusern behandelt. 2007 lag ihre Zahl noch bei 149 und 2006 bei 83 Patienten. Im ersten Halbjahr 2009 betrug die Zahl schon 163. Gewalt und Tod verursachen - hautnah erlebt - seelische Schockzustände, die häufig erst langfristig ihr zerstörerisches Potenzial entfalten. Nach internationalen Studien kehrt jeder 20. Soldat mit PTBS aus Kriegseinsätzen zurück. "Schwere psychische Traumata, die nicht behandelt werden, können Soldaten die Rückkehr in ein normales Leben unmöglich machen", stellt BPtK-Präsident Richter fest. "Es reicht nicht mehr, dass die Bundeswehr um diese psychischen Verletzungen bei Kampfeinsätzen weiß, aber keine ausreichende Versorgung sicherstellt. Sie sollte sich gründlicher um Hilfen für die Soldaten kümmern."

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