BPtK 16. Januar 2017
Wenn Abschiebung psychisch kranker Flüchtlinge droht

IPPNW-Empfehlungen für Ärzte, Psychotherapeuten, Pfleger und Schwestern

Durch die verschärfte Asylgesetzgebung sind auch Psychotherapeuten häufiger mit Abschiebungen psychisch kranker Flüchtlinge konfrontiert. In solchen Situationen kommt es immer wieder zu einer massiven Verschlechterung des psychischen Zustandes der Geflüchteten bis hin zu völliger Dekompensation und akuter Suizidalität.

Die IPPNW-Deutschland (International Physicians for the Prevention of Nuclear War) hat jetzt Empfehlungen herausgeben, wie Ärzte, Psychotherapeuten, Pfleger und Schwestern bei Abschiebungen ihrer Patienten reagieren sollten. "Wir stellen uns schützend vor unsere Patientinnen und Patienten und weigern uns, gegen unser Gewissen mit den Abschiebebehörden gemeinsame Sache zu machen", sagen die Autoren.

Darüber hinaus hat IPPNW-Deutschland in einem Offenen Brief an die Bundesregierung gegen die Sammelabschiebung afghanischer Flüchtlinge protestiert. Die Organisation warnt aufgrund von täglich grausamen Gewalttaten, Anschlägen, Kriegshandlungen und Bombenexplosionen vor den Gefahren für die Gesundheit und das Leben der Abgeschobenen. Insbesondere bei traumatisierten Menschen werde durch die erneute Erfahrung von Krieg und Gewalt ein neues Trauma erzeugt, das zu einer lebensgefährlichen Verstärkung ihres Krankheitsprozesses führen könne.

Links:

Empfehlungen für heilberuflich Tätige in Abschiebesituationen

Offener Brief der IPPNW an die Bundeskanzlerin sowie die Innen-, Verteidigungs- und Außenminister

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