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Deutschland ist überdurchschnittlich gut mit Ärzten versorgt

18.12.2009: Deutsches Gesundheitswesen im internationalen Vergleich

Deutschland ist überdurchschnittlich gut mit Ärzten versorgt. Das zeigt eine aktuelle Statistik der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) über das Gesundheitswesen von 30 Industrieländern. Gemessen an den OECD-Parametern schneidet das deutsche Gesundheitsweisen in vielen Bereichen vergleichsweise gut ab. Der Bericht zeigt aber auch dringenden Handlungsbedarf bei der Krankenpflege.

Deutschland ist bei der allgemeinärztlichen Versorgung in der Spitzengruppe. Kommen im OECD-Durchschnitt auf einen Hausarzt rund 1.100 Patienten, so sind es in Deutschland nur 660, also etwa die Hälfte. Die deutsche Facharztdichte (2,0 je 1.000 Einwohner) liegt nur geringfügig über dem Durchschnitt der Industrieländer (1,8). Deutsche Ärzte verdienen auch im Vergleich zu anderen Berufen in ihren Ländern überdurchschnittlich gut. Allgemeinmediziner erhalten in Deutschland das 3,3fache des deutschen Durchschnittseinkommens und stehen damit im internationalen Vergleich an vierter Stelle. Fachärzte verdienen sogar das 4,1fache des deutschen Durchschnittseinkommens und nehmen damit im internationalen Vergleich eher einen mittleren Rang ein.

Deutschland gibt rund zehn Prozent seines Bruttoinlandsprodukts für Gesundheit aus. Das ist im OECD-Vergleich durchaus viel. Nur die die USA, Frankreich und Großbritannien zahlen für ihr Gesundheitssystem mehr. Deutschland ist in den vergangenen zehn Jahren allerdings wirkungsvoll auf die Kostenbremse getreten. Stiegen die Ausgaben im OECD-Schnitt von 1997 bis 2007 jährlich um 4,1 Prozent, verzeichnet Deutschland mit 1,7 Prozent den geringsten jährlichen Anstieg.

Einer relativ guten Ausstattung mit Ärzten steht eine mittelmäßige Versorgung mit anderem medizinischen Fachpersonal gegenüber. In Deutschland kommen auf einen Arzt weniger Krankenschwestern oder Krankenpfleger als im OECD-Schnitt, der Verdienst in der Krankenpflege ist vergleichsweise gering und die Krankenpflegeausbildung unattraktiv. Bezogen auf ca. 1.000 Krankenpfleger und Krankenschwestern gibt es hierzulande nur rund 30 Absolventen pro Jahr. Im OECD-Mittel sind es dagegen 40. Im Gegensatz zur öffentlichen Debatte in Deutschland über einen drohenden Ärztemangel warnt die OECD daher vor einem echten Nachwuchsproblem bei der Krankenpflege.


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