Diotima-Ehrenpreis der deutschen Psychotherapeutenschaft

Die Bundespsychotherapeutenkammer vergibt seit 2009 den Diotima-Ehrenpreis der deutschen Psychotherapeutenschaft, der jährlich öffentlich verliehen wird. Mit ihm werden Personen geehrt, die sich besonders um die Versorgung psychisch kranker Menschen verdient gemacht haben oder sich durch ein besonderes berufspolitisches oder wissenschaftliches Engagement auszeichnen.

Diotima - Seelenkundige Lehrerin des Sokrates

Diotima (Διοτιμα)

Diotima (Διοτιμα) aus Mantinea, eine mythische Priesterin der Antike, gilt als Lehrerin des Sokrates. In Platons Dialog "Symposion" schildert Sokrates, was Diotima ihn über das Wesen des Eros lehrte: Eros ist ein Dämon und ein gewaltiger Trieb zum Zeugen im Schönen. Grund ist die Sehnsucht des Liebenden nach Unsterblichkeit im Weiterleben seiner Kinder. Dabei ist die geistige Zeugung die wertvollere: Seelische Kinder sind schöner als leibliche, wie generell die Schönheit der Seele herrlicher ist als die des Leibes. So liegt nahe, dass es Diotima war, die den jungen Sokrates dazu inspirierte, als erster Philosoph die Seele des Menschen in den Mittelpunkt seines Denkens und Lehrens zu stellen. Dies war der Ursprung der abendländischen Seelenkunde und damit auch Seelenheilkunde oder Psychotherapie. Eros ist als die ausgleichende Kraft zu verstehen, die im psychotherapeutischen Prozess Widersprüche aufzulösen vermag, die allein rational nicht bewältigt werden können. Die Inspiration dazu kam von Diotima. Deshalb ist sie die Namensgeberin des Ehrenpreises, den die Bundespsychotherapeutenkammer jährlich vergibt.

Diotima - Ehrenpreis 2013

Dr. Hans Hopf und Prof. Dr. Fritz Mattejat sind die Preisträger des Diotima-Ehrenpreises 2013. Die BPtK ehrt mit ihnen zwei Psychotherapeuten, die mit ihrem wissenschaftlichen und therapeutischen Wirken auf herausragende Weise zu dem differenzierten und wissenschaftlich fundierten psychotherapeutischen Versorgungsangebot für Kinder und Jugendliche in Deutschland beigetragen haben.

Dr. Hans Hopf
Dr. Hans Hopf

Dr. Hans Hopf ist Psychotherapeut mit vielen und vielbeachteten Tätigkeitsschwerpunkten: Praktiker in der Versorgung, Wissenschaftler mit Beiträgen zur analytischen Kinder- und Jugendpsychotherapie, Gutachter mit Engagement zur Sicherung der Qualität von Psychotherapie und Lehrer in der Ausbildung des psychotherapeutischen Nachwuchses. Als Psychotherapeut hat er in verschiedenen Versorgungssettings gearbeitet. Neben der ambulanten Tätigkeit in seiner eigenen psychotherapeutischen Praxis war er von 1996 bis 2003 therapeutischer Leiter des Eltern-Kind-Therapiezentrums „Osterhof“. Seine gesamte berufliche Tätigkeit ist durch eine rege und vielfältige Publikationstätigkeit gekennzeichnet. Hopf ist Autor von circa 100 Zeitschriften- und Buchbeiträgen sowie Monografien. Zentrale Themen seines Werkes sind ADHS, Aggression und Angststörungen. Dabei ist Hopf Brückenbauer zwischen Tradition und Moderne sowie zwischen den Paradigmen der Kinderanalyse und den Anforderungen aus der Versorgung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher.

Prof. Dr. Fritz Mattejat
Prof. Dr. Fritz Mattejat

Das berufliche Wirken von Prof. Dr. Fritz Mattejat ist gekennzeichnet durch die Suche nach Evidenz für die Wirksamkeit psychotherapeutischer Behandlungen bei Kindern und Jugendlichen und wissenschaftlich begründeten Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgung. Von 1980 bis zu seiner Pensionierung war er in unterschiedlichen Funktionen an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Universität Marburg beschäftigt – zunächst als Leiter der Familienambulanz, von 1997 an als außerplanmäßiger Professor und leitender Psychologe der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Diagnostik, Verhaltenstherapie, Familiendiagnostik, Familientherapie, Angstsyndrome, Therapieausbildung, Psychotherapieforschung, Evaluationsforschung, Qualitätssi-cherung und Lebensqualitätsforschung – Herr Mattejat hat eine große Breite von Themen bearbeitet. Ergebnis sind rund 250 Zeitschriftenartikel, Testpublikationen und Bücher, dazu Standardwerke der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Pionierarbeit hat er beim Thema Kinder psychisch kranker Eltern geleistet.


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