Wirkt Psychotherapie?

 

Psychotherapie wirkt – nachweislich. Ihre heilende Wirkung wurde durch zahlreiche internationale Studien in den vergangenen Jahrzehnten belegt.

Wissenschaftlicher Beirat Psychotherapie

Nicht alle psychotherapeutischen Verfahren und Methoden sind wissenschaftlich anerkannt. Ob ein psychotherapeutisches Verfahren es für sich beanspruchen darf, als „wissenschaftlich anerkannt“ zu gelten, prüft in Deutschland der „Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie“. Damit ein Verfahren durch den Beirat anerkannt wird, muss seine Wirksamkeit in der Behandlung der häufigsten psychischen Erkrankungen wissenschaftlich belegbar sein. Bei einer Methode liegen wissenschaftliche Nachweise in der Behandlung einzelner psychischer Erkrankungen vor.

Der Beirat hat folgende Verfahren und Methoden wissenschaftlich anerkannt:

  • Verhaltenstherapie,
  • psychodynamische Psychotherapie (umfasst analytische Psychotherapie und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie),
  • Gesprächspsychotherapie,
  • Systemische Psychotherapie,
  • neuropsychologische Therapie (bei organisch bedingten psychischen  Störungen),
  • Interpersonelle Therapie (IPT; bei affektiven Störungen und Essstörungen),
  • EMDR-Methode (zur Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung),
  • Hypnotherapie (zur Raucherentwöhnung und zur Mitbehandlung bei somatischen Erkrankungen).

Gemeinsamer Bundesausschuss

Psychotherapeutische Verfahren, die von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden, müssen sich noch durch ein weiteres Gremium prüfen lassen. Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten nur Psychotherapien, die vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)
überprüft wurden.

 

 

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat bisher folgende psychotherapeutischeVerfahren und Methoden als wirksam anerkannt: 

  • analytische Psychotherapie,
  • tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie,
  • Verhaltenstherapie,
  • neuropsychologische Therapie bei organisch bedingten psychischen   Erkrankungen.

Leitlinien

Für viele psychische Erkrankungen gibt es spezielle Behandlungskonzepte oder wissenschaftlich überprüfte Behandlungsleitlinien. Wenn sich alle wichtigen Expertengruppen in Deutschland aufgrund einer systematischen Auswertung der Forschungsergebnisse in einem strukturierten Verfahren auf gemeinsame Behandlungsempfehlungen für eine Krankheit geeinigt haben, werden diese als „S3-Leitlinie“ und/oder „Nationale VersorgungsLeitlinie“ veröffentlicht.

Eine Nationale VersorgungsLeitlinie existiert bisher für die unipolare Depression (www.depression.versorgungsleitlinien.de). S3-Leitlinien liegen darüber hinaus vor für Essstörungen, Posttraumatische Belastungsstörungen, bipolare Störungen, psychosoziale Therapien bei schweren psychischen Erkrankungen sowie Kreuzschmerz und Zwangsstörungen (Stand: Januar 2013)