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Das Wichtigste in Kürze

Hohe Qualität

Die Qualität der psychotherapeutischen Versorgung in Deutschland hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten erheblich verbessert. Das ambulante wie stationäre Angebot ist im internationalen Vergleich gut. Die Wirksamkeit einer Psychotherapie ist vielfach durch wissenschaftliche Studien bewiesen.

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Psychische Störungen alltäglich

Nach den Ergebnissen des Bundes-Gesundheitssurveys (2004) erkrankt etwa jeder dritte Erwachsene im Laufe eines Jahres an einer psychischen Störung. Das sind über 16 Millionen erwachsene Menschen zwischen 18 und 65 Jahren im Jahr. Diese Zahlen entsprechen vergleichbaren internationalen Studien. Psychische Störungen sind alltäglicher als allgemein wahrgenommen.

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Patienten nutzen Psychotherapie zu wenig

Patienten nutzen Psychotherapie nicht selbstverständlich. Bei Beschwerden nehmen aus eigener Initiative nur drei Prozent eine Behandlung in Anspruch - das ist nicht einmal jeder Dreißigste. Diese Zurückhaltung ist einerseits mit einem Mangel an Information und Aufklärung zu erklären, anderseits mit einer Scheu vor einer psychischen Störung. Eine psychische Störung ist so vertraut wie fremd. Psychische Krisen kennt jeder, psychisch krank möchte aber keiner sein. Diese Ängste vor einer Stigmatisierung haben gravierende Folgen: Nicht behandelte psychische Störungen können chronisch werden, sind schwieriger zu heilen und verursachen erheblich höhere Kosten.

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Kinder- und Jugendliche zunehmend gefährdet

Psychische Störungen nehmen bei Kindern und Jugendlichen erschreckend zu. Fast jedes fünfte Kind leidet innerhalb eines Beobachtungszeitraums von sechs Monaten an einer psychischen Störung. Von rund 10.000 Münchner Schulanfängern zeigten im Jahr 1997 rund 17 Prozent intellektuelle Beeinträchtigungen und Verhaltensauffälligkeiten. In Jena, Heidelberg und Köln fiel bei der Schuleingangsuntersuchung für das Jahr 1997/98 jedes achte Kind z.B. durch aggressives Verhalten und Aufmerksamkeitsprobleme auf. Psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen können sich dabei bis ins Erwachsenenalter chronifizieren und gehen mit starken Beeinträchtigungen in der schulischen und beruflichen Entwicklung, der sozialen Integration und der psychischen und körperlichen Gesundheit einher.

Bei der Entstehung psychischer und Entwicklungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen spielen sozioökonomische Benachteiligungen eine zentrale Rolle (Familieneinkommen, Migration, Geschlecht). Für ihre Versorgung ist vor allem das niedrigschwellige Angebot der psychosozialen Beratungsstellen von entscheidender Bedeutung. Insgesamt ist davon auszugehen, dass jedes Jahr rund 160.000 Kinder und Jugendliche erstmals psychotherapeutisch behandelt werden.

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Ambulante Psychotherapie

In Deutschland arbeiten rund 18.500 Psychotherapeuten in eigener Praxis. Die Dauer einer psychotherapeutischen Behandlung hängt stark von der Schwere der psychischen Störungen und dem angewandten Psychotherapieverfahren ab und beträgt zwischen 25 Stunden bei einer verhaltenstherapeutischen Kurzzeittherapie und bis zu 300 Stunden bei einer psychoanalytischen Langzeittherapie. Insgesamt nutzen knapp 300.000 Patienten pro Jahr eine ambulante Psychotherapie.

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Psychosoziale Beratungsstellen

Menschen in schwierigen Lebens- und Konfliktsituationen können auch eine psychosoziale Beratung in Anspruch nehmen. In Deutschland existieren rund 12.500 psychosoziale Beratungsstellen, in denen neben Sozialarbeitern und Sozialpädagogen auch Psychotherapeuten arbeiten. Nach Schätzungen arbeiten in Erziehungsberatungsstellen 3.600, in Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen 1.800 und in Suchtberatungsstellen etwa 4.150 Psychotherapeuten. Verlässliche Daten, wie viele Patienten jedes Jahr in psychosozialen Beratungsstellen psychotherapeutisch behandelt werden, liegen nicht vor.

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Krankenhäuser und Rehabilitation (stationäre Psychotherapie)

Deutschland verfügt über ein besonders dicht ausgebautes Angebot an stationärer psychotherapeutischer Versorgung. Anders als international üblich findet ein erheblicher Teil der stationären Versorgung nicht in psychiatrischen Krankenhäusern sondern in Kliniken der medizinischen Rehabilitation statt. Insgesamt können werden jedes Jahr schätzungsweise 400.000 Patienten stationär psychotherapeutisch behandelt.

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Summa Summarum: Psychotherapie in Deutschland

Insgesamt werden in Deutschland jedes Jahr rund 700.000 Patienten entweder ambulant oder stationär psychotherapeutisch behandelt. Patienten der psychosozialen Beratungsstellen, Ambulanzen und Tageskliniken sind in dieser Schätzung nicht berücksichtigt. Legt man die durchschnittliche Behandlungsdauer zu Grunde, so ist die Behandlungskapazität des ambulanten und stationären Sektors der psychotherapeutischen Versorgung in Deutschland ungefähr gleich groß.

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