BPtK 12. April 2018
Empfehlungen zur Diagnostik und Behandlung der Rechenstörung

Neue S3-Leitlinie „Dyskalkulie“

In Deutschland leiden rund zwei bis acht Prozent der Menschen an einer Rechenstörung, die auch Dyskalkulie genannt wird. Die Erkrankten verstehen die Bedeutung von Zahlen nicht, erfassen Mengen falsch oder Addition und Division misslingen trotz intensiven Übens. Betroffene scheitern damit nicht nur im Mathematikunterricht, sondern sind auch im Beruf und Alltag erheblich benachteiligt.

Die Rechenstörung ist wie die Lese- oder Rechtschreibstörung eine Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeiten und eine andauernde Störung. Sie ist damit eine behandlungsbedürftige Erkrankung, die eine fachkundige Prävention, Diagnostik, Förderung und Therapie notwendig macht sowie in der Regel auch eine Eingliederungshilfe erfordert. Ohne wirksame Therapie führt die Rechenstörung oft auch zu anderen psychischen Erkrankungen wie Ängsten und Depressionen. Effektive Fördermaßnahmen sind deshalb von zentraler Bedeutung.

Bislang wird die Rechenstörung jedoch nur selten diagnostiziert und Erkrankte bekommen kaum Hilfen. Mit der S3-Leitlinie "Dyskalkulie" gibt es nun erstmals evidenzbasierte fächerübergreifende Empfehlungen zur Diagnostik und Behandlung sowie zu den Hilfen, mit denen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit einer Rechenstörung geholfen werden kann. Die Bundespsychotherapeutenkammer war an der Entwicklung der Leitlinie beteiligt.

Links:

S3-Leitlinie "Diagnostik und Behandlung der Rechenstörung"

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