BPtK 25. November 2011
Erwerbstätigkeit kann Psyche auch stärken

BPtK: Nicht jede berufliche Belastung führt zu einem Burn-out

Nicht jede berufliche Belastung führt zu einem Burn-out. Eine regelmäßige Beschäftigung kann die psychische Gesundheit auch stärken. Dies ergab eine aktuelle Auswertung der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) von epidemiologischen Daten und Gesundheitsreporten der gesetzlichen Krankenversicherung. Berufstätige Frauen erkranken deutlich seltener an einer Depression. Dagegen leiden Arbeitslose bei Weitem häufiger an psychischen Erkrankungen als Erwerbstätige. „Mit seiner Arbeit seinen Lebensunterhalt selbst bestreiten zu können, beeinflusst die seelische Gesundheit. Die moderne Dienstleistungsgesellschaft stellt zwar weit höhere Anforderungen an die psychosoziale Belastbarkeit am Arbeitsplatz. Seelisch ist es jedoch noch belastender, keine bezahlte Arbeit zu haben“, stellt BPtK-Präsident Prof. Dr. Rainer Richter fest.

Nach Berechnungen der BPtK erkrankt fast jede fünfte nicht-berufstätige Frau ohne minderjährige Kinder im Haushalt an einer Depression (19,5 Prozent), aber nur jede achte berufstätige Frau mit Kindern (12,8 Prozent). Am gesündesten sind berufstätige Frauen ohne Kinder (9,6 Prozent).

Arbeitslose sind drei- bis viermal so häufig psychisch krank wie Erwerbstätige. Während ein GKV-Versicherter durchschnittlich elf Tage je 1.000 Versichertenjahre aufgrund psychischer Erkrankungen stationär behandelt wird, sind es bei Arbeitslosen sechsmal so viele Tage. Arbeitslose Männer erhalten außerdem fast dreimal so häufig Antidepressiva verordnet wie Erwerbstätige.

BPtK-Tabelle: Psychische Erkrankungen bei Arbeitslosen

  Pflichtversicherte (BKK) / Erwerbspersonen (TK) Arbeitslose Faktor
AU-Tage /VJ (TK) 1,3 5,5 4,2
AU-Tage/VJ (BKK) 1,1 4,1 3,8
Krankenhaustage/1.000 VJ (BKK) 11,1 67,1 6
Psychopharmaka-Verordnungen (DDD pro Vers.; TK) 12,3 32,7 2,7
Psychopharmaka-Verordnungen (DDD pro Vers.; BKK) 8,4 25,3 3

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