BPtK 09. Oktober 2007
Internationaler Tag der seelischen Gesundheit am 10. Oktober

Migranten besonders von seelischen Störungen betroffen

In Deutschland ist jedes fünfte Kind psychisch auffällig. Dabei sind Verhaltensauffälligkeiten und Essstörungen besonders häufig. Bei Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien und Migrantenfamilien häufen sich die seelischen Gesundheitsrisiken.

Während 6,7 Prozent der Kinder, die nicht aus Migrantenfamilien stammen, Verhaltensstörungen aufweisen, beträgt dieser Anteil bei Migrantenkindern 9,8 Prozent. Noch deutlicher fallen diese Unterschiede in der Häufigkeit von Essstörungen aus. Das Risiko, psychisch zu erkranken, ist also bei Migrantenkindern rund 50 Prozent höher als bei den übrigen Gleichaltrigen.

Im deutschen Gesundheitssystem herrscht eine massive Unterversorgung von psychisch kranken Kindern. Diese Unterversorgung bekommen insbesondere Kinder und Jugendliche aus Migrantenfamilien zu spüren, für die adressantengerechte Gesundheitsangebote fehlen.

"Das deutsche Gesundheitssystem diskriminiert Migrantenkinder", erklärte Prof. Dr. Rainer Richter, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), in Berlin. "Wir brauchen dringend eine Reform der Kindergarten- und Schuleingangsuntersuchungen", stellte Dr. Klaus Walter, Vorsitzender des Bundesverbandes der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), fest. BPtK und BVÖGD forderten gemeinsam die Bundesländer auf, Screenings für psychische Gefährdung und Verhaltensauffälligkeiten in Kindergarten und Schule einzuführen, damit Eltern und vor allem Kindern frühzeitig Hilfe angeboten werden kann. "Kinder und Jugendliche brauchen ein flächendeckendes Präventionsangebot, das alle erreicht und Kinder aus Migrantenfamilien nicht ausschließt."

Präventive Angebote sind erfolgreich, wenn sie in Kindergarten oder Schule ansetzen und nicht zu einer Diskriminierung oder Stigmatisierung der Patienten führen. Eltern mit Migrationshintergrund gehen selten von sich aus zu einem Psychiater oder Psychotherapeuten. Umso wichtiger ist es deshalb, öffentliche Gesundheitschecks so zu gestalten, dass möglichst alle Kinder und Jugendlichen erfasst und diese auch auf psychische Auffälligkeiten hin untersucht werden.

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