BPtK 15. Dezember 2011
„Schluss mit der Ausbeutung“

Psychotherapeuten in Ausbildung protestieren gegen „unhaltbare Zustände“

Rund 1.000 Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) protestierten am 8. Dezember 2011 bundesweit gegen „existenziell bedrohliche Bedingungen“ während ihrer praktischen Tätigkeit, die sie in psychiatrischen Kliniken absolvieren müssen.

„Viele PiA arbeiten in den Kliniken ohne Gehalt oder gegen eine geringe Vergütung von weniger als 500,00 Euro, während sie auf der anderen Seite Ausbildungsgebühren in Höhe von 300,00 bis 500,00 Euro bezahlen müssen“, erklärte Robin Siegel, Sprecher der Bundeskonferenz PiA. „Dadurch leben einige von uns unter dem Existenzminimum. Angesichts der hohen Belastung während der Ausbildung muss dringend eine angemessene Vergütung sichergestellt werden.“

PiA absolvieren nach ihrem Studium eine postgraduale Ausbildung in der Psychotherapie. Dazu gehört eine „praktische Tätigkeit“ im Umfang von 1.800 Stunden in psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken. Während dieser Zeit arbeiten sie häufig in psychotherapeutischen Einzel- und Gruppengesprächen mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Diese praktische Tätigkeit wird aber meist nicht angemessen vergütet.

Die Bundespsychotherapeutenkammer und die Bundeskonferenz PiA fordern deshalb seit langem eine Reform der Psychotherapeutenausbildung, um die unhaltbaren Zustände während der Ausbildung zu beheben.

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