Diotima-Ehrenpreis der deutschen Psychotherapeutenschaft

Die Bundespsychotherapeutenkammer vergibt seit 2009 den Diotima-Ehrenpreis der deutschen Psychotherapeutenschaft, der jährlich öffentlich verliehen wird. Mit ihm werden Personen geehrt, die sich besonders um die Versorgung psychisch kranker Menschen verdient gemacht haben oder sich durch ein besonderes berufspolitisches oder wissenschaftliches Engagement auszeichnen.

Diotima – Seelenkundige Lehrerin des Sokrates

Diotima (Διοτιμα)

Diotima (Διοτιμα) aus Mantinea, eine mythische Priesterin der Antike, gilt als Lehrerin des Sokrates. In Platons Dialog “Symposion” schildert Sokrates, was Diotima ihn über das Wesen des Eros lehrte: Eros ist ein Dämon und ein gewaltiger Trieb zum Zeugen im Schönen. Grund ist die Sehnsucht des Liebenden nach Unsterblichkeit im Weiterleben seiner Kinder. Dabei ist die geistige Zeugung die wertvollere: Seelische Kinder sind schöner als leibliche, wie generell die Schönheit der Seele herrlicher ist als die des Leibes. So liegt nahe, dass es Diotima war, die den jungen Sokrates dazu inspirierte, als erster Philosoph die Seele des Menschen in den Mittelpunkt seines Denkens und Lehrens zu stellen. Dies war der Ursprung der abendländischen Seelenkunde und damit auch Seelenheilkunde oder Psychotherapie. Eros ist als die ausgleichende Kraft zu verstehen, die im psychotherapeutischen Prozess Widersprüche aufzulösen vermag, die allein rational nicht bewältigt werden können. Die Inspiration dazu kam von Diotima. Deshalb ist sie die Namensgeberin des Ehrenpreises, den die Bundespsychotherapeutenkammer jährlich vergibt.

Diotima – Ehrenpreis 2021

Dieter Best und Jürgen Doebert haben den Diotima-Ehrenpreis der deutschen Psychotherapeutenschaft 2021 erhalten. Die deutsche Psychotherapeutenschaft ehrt damit in diesem Jahr zwei Kollegen, die sich über Jahrzehnte erfolgreich für die Integration der Psychotherapeut*innen in die vertragsärztliche Versorgung eingesetzt haben.

Dieter Best

Dieter Best arbeitet seit rund 40 Jahren als niedergelassener Psychotherapeut in eigener Praxis in Ludwigsburg. Bereits Anfang der 1980er Jahre begann sein berufspolitisches Engagement, zunächst in Rheinland-Pfalz, ab 1995 dann auch auf Bundesebene. Zehn Jahre wirkte er als stellvertretender Bundesvorsitzender der Vereinigung der Kassenpsychotherapeuten und gestaltete die Fusion der Vereinigung mit dem Deutschen Psychotherapeutenverband zur Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPTV) als größtem verfahrensübergreifenden Berufsverband der Psychotherapeut*innen.

Von 2007 bis 2013 führte Dieter Best die DPTV als Bundesvorsitzender und gestaltete die Berufspolitik auch danach als stellvertretender Bundesvorsitzender weiter mit. Neben seinem Engagement im Berufsverband wirkte Dieter Best in vielen Gremien und Funktionen in der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) sowie in verschiedenen Funktionen im Kammersystem mit.

Bis heute ist er Vorstandsbeauftragter der BPtK für die Gebührenordnung und setzt sich für die Novellierung der GOP ein. Gemeinsam mit Jürgen Doebert hat er die Integration der Psychotherapeut*innen in die vertragsärztliche Versorgung und in die Gremien der Selbstverwaltung maßgeblich geprägt. Er hat sich unermüdlich und mit viel Geschick für eine bessere Vergütung der Psychotherapie, aber auch für die Weiterentwicklung des Leistungsspektrums der Psychotherapeut*innen entsprechend ihren beruflichen Kompetenzen eingesetzt. Die Reform der Psychotherapie-Richtlinie mit Einführung von Sprechstunde, Akutbehandlung und Rezidivprophylaxe sowie die Aufhebung der Befugniseinschränkungen von Psychotherapeut*innen sind auch seinem unermüdlichen Engagement zu verdanken.

Jürgen Doebert

Jürgen Doebert war zunächst als Gesprächspsychotherapeut in eigener Praxis im Erstattungsverfahren tätig. Seit Abschluss seiner psychoanalytischen Ausbildung 1986 nimmt er an der psychotherapeutischen Versorgung teil, zunächst noch im Delegationsverfahren, seit dem Psychotherapeutengesetz 1999 als Vertragspsychotherapeut. Im Jahr 2000 wurde er bereits zum ehrenamtlichen Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Süd-Württemberg gewählt, ehe er 2001 für die Psychotherapeut*innen Mitglied der KBV-Vertreterversammlung wurde. Bei der Integration der Psychotherapeut*innen in die kassenärztlichen Vereinigungen und in die KBV hat er immer wieder erfolgreich Brücken gebaut zwischen verschiedenen Interessengruppen.

Er setzte sich in den verschiedenen Gremien der KBV unermüdlich für die Interessen der Psychotherapeut*innen ein, unter anderem als alternierender Vorsitzender des Beratenden Fachausschusses Psychotherapie, als Mitglied des Satzungsausschusses, zusammen mit Dieter Best im Projektausschuss Gebührenordnung und schließlich auch als stellvertretendes Mitglied des Bewertungsausschusses. In der Erkenntnis, dass die Honorarungerechtigkeiten für die Psychotherapeut*innen nicht allein auf dem Verhandlungsweg in der Selbstverwaltung zu beseitigen waren, gehörte er zu den Initiatoren der ersten Klageverfahren an den Sozialgerichten. Diese mündeten schließlich in der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts und vermochten zumindest die schlimmsten Honorarungerechtigkeiten für Psychotherapeut*innen deutlich abzumildern.

Darüber hinaus hat sich Jürgen Doebert auch mit seinem Engagement in den Kammern und in der Kooperation mit den psychotherapeutischen Verbänden im Gesprächskreis II für die Psychotherapeut*innen und die Patientenversorgung verdient gemacht.

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