20. September 2013

Bis zu 20 Prozent der Gedächtnisstörungen durch Depression verursacht

BPtK kritisiert vorschnelle Demenz-Diagnosen

Vergesslichkeit und Konzentrationsschwächen sind nicht immer ein Anzeichen für eine Demenz. Bis zu 20 Prozent der älteren Menschen, die wegen Gedächtnisstörungen professionelle Hilfe aufsuchen, sind depressiv erkrankt. „Zu viele Demenz-Diagnosen sind nicht korrekt“, kritisiert Prof. Dr. Rainer Richter, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), anlässlich des morgigen Welt-Alzheimertages. „Gerade schwere Depressionen sehen auf den ersten Blick wie eine Demenz aus. Zu ihren Symptomen gehören nicht nur Niedergeschlagenheit und Interessenverlust, sondern häufig auch ein schlechtes Kurzzeitgedächtnis.“

Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit und Verlangsamung des Denkens, die während einer Depression auftreten, werden „Pseudodemenz“ genannt. Solche kognitiven Einbußen verbessern sich jedoch in der Regel wieder im Laufe einer Depressionsbehandlung. Demgegenüber sind die Gedächtnisstörungen bei der Demenz irreversibel und fortschreitend. „Wer eine Depression jedoch nicht erkennt und behandelt, lässt den Patienten schwer leiden“, stellt BPtK-Präsident Richter fest. Depressionen und damit einhergehende Pseudodemenzen sind psychotherapeutisch und psychopharmakologisch gut behandelbar.

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