23. Oktober 2006

Krank vor Angst – und arbeitsunfähig

EU Woche der Gesundheit am Arbeitsplatz

Trotz sinkender Krankmeldungen steigen die Arbeitsunfähigkeitszeiten und Frühberentungen aufgrund psychischer Erkrankungen dramatisch.

„Psychische Krankheiten werden häufig übersehen und nicht behandelt. Weniger als die Hälfte der Menschen, die an einer diagnostizierten Angststörung leiden, hat deshalb professionelle Hilfe in Anspruch genommen“, kritisiert Prof. Dr. Rainer Richter, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK). „Selbst beim Arbeitsschutz und in der betrieblichen Gesundheitsförderung spielt die psychische Gesundheit der Mitarbeiter kaum eine Rolle.“

Zum Beispiel: Generalisierte Angststörung Definition: lange, mindestens sechsmonatige Erkrankung an exzessiven Ängsten (Gefühl drohenden Unheils).

Krankheitsverlauf: anfangs oft langsam und schleichend, verschlechtert sich bei belastenden Situationen, ohne Behandlung fast immer chronisch.

Diagnose: Katastrophal schlechte Erkennungsraten: Der Hausarzt erkennt nur 34,4 Prozent aller Patienten mit einer generalisierten Angststörung (Depression 64,3 Prozent). Nur zehn Prozent erhalten eine richtige Behandlung oder Überweisung zum Psychotherapeuten.

Kosten: Angstpatienten sind teuer. Sie gehören zu den Patienten, die medizinische Dienste überdurchschnittlich nutzen. In den vergangenen zwölf Monaten besuchte ein Patient mit generalisierter Angststörung durchschnittlich 11,2 Mal einen Arzt. Erkrankte fehlen am Arbeitsplatz ebenso häufig und lange wie Patienten mit Diabetes, einer Magen-Darmerkrankung oder einer Alkoholabhängigkeit. Krankheitsfolgen: Angst erhöht das Risiko an einer Depression, somatoformen Störungen/körperlichen Beschwerden ohne organischen Befund oder einer Alkoholabhängigkeit zu erkranken, arbeitslos oder früh verrentet zu werden.

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