Personzentriert-Experienzielle Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen nicht als Psychotherapieverfahren wissenschaftlich anerkannt
Wissenschaftlicher Beirat Psychotherapie veröffentlicht Gutachten
Die Personzentriert-Experienzielle Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen kann derzeit nicht als wissenschaftlich anerkanntes Psychotherapieverfahren gelten. Zu diesem Ergebnis kommt der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie (WBP) in seinem heute veröffentlichten Gutachten. Für eine wissenschaftliche Anerkennung fehlen weitere qualitativ hochwertige Studien, die die Wirksamkeit des Verfahrens belegen. Da für keinen der untersuchten Anwendungsbereiche eine wissenschaftliche Anerkennung festgestellt werden konnte, kann die Personzentriert-Experienzielle Psychotherapie zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht als Psychotherapieverfahren für eine Weiterbildung zur umfassenden psychotherapeutischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen empfohlen werden.
Insgesamt wurden acht Studien aus verschiedenen Anwendungsbereichen als Wirksamkeitsnachweise anerkannt. Damit hat sich die Evidenzlage seit der letztmaligen Prüfung des WBP im Rahmen des Gutachtens zur Humanistischen Psychotherapie vom 11. Dezember 2017 verbessert. Für eine wissenschaftliche Anerkennung fehlen jedoch insbesondere methodisch angemessene Studien, die eine nachhaltige Wirksamkeit mindestens sechs Monate nach Therapieende belegen.
Die Begutachtung erfolgte auf Antrag des Verbands Personzentrierter Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen (VPKJ) sowie der Gesellschaft für Personzentrierte Psychotherapie und Beratung (GwG). Der WBP hatte das Begutachtungsverfahren mit Beschluss vom 21. März 2022 eingeleitet.
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Veröffentlicht am 16. Oktober 2026