26. Februar 2007

Psychische Erkrankungen – Eine wachsende Herausforderung in der EU

Mehr als jeder vierte in Europa leidet mindestens einmal im Leben unter einer psychischen Störung. Die am meisten verbreiteten Störungen sind Angst und Depression. Bis 2020 könnten Depressionen in den Industriestaaten zur zweithäufigsten Krankheitsursache werden.

„Psychische Störungen sind längst keine Einzelfälle mehr“, erklärte Prof. Dr. Rainer Richter, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK). „Psychische Störungen sind inzwischen ein volkswirtschaftlich relevanter Faktor und eine der Hauptursachen für Arbeitsunfähigkeit und Frühverrentung.“ Die BPtK beschäftigt sich deshalb heute auf ihrem Symposium in Berlin mit dem Thema „Prävention psychischer Erkrankungen: Best Practice in Europa“.

Die psychische Gesundheit der EU-Bevölkerung ist stark verbesserungsbedürftig. Nach wie vor kommt es zu Stigmatisierung und Diskriminierung psychisch Erkrankter. Psychische Krankheiten sind alltäglich, verlangen häufig eine zeit- und kostenintensive Behandlung und sind in vielen Fällen lebensgefährlich. In der EU sterben jährlich knapp 60.000 Bürger durch Selbsttötung. Dies übertrifft die Zahl der jährlichen Todesfälle im Straßenverkehr, durch Tötungsdelikte und AIDS. „Die Prävention psychischer Störungen muss eine viel höhere Priorität bekommen“, forderte BPtK-Präsident Rainer Richter. Das EU-Grünbuch „Die psychische Gesundheit der Bevölkerung verbessern“ zeigt wichtige Strategien auf, was auch auf europäischer Ebene getan werden kann, um die psychische Gesundheit zu fördern.

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