12. Oktober 2022

Soziale Ungleichheit mindern, psychische Gesundheit von Kindern stärken

Kinder-Gesundheitsbericht 2022

Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass sich durch Krisen soziale Ungleichheiten verschärfen und insbesondere sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche psychisch gefährdet werden können. Deshalb bedarf es einer „nachhaltigen gesamtgesellschaftlichen Strategie“, um die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu stärken und insbesondere Kinder aus Familien mit geringen sozioökonomischen Ressourcen besser zu schützen. Dies ist ein Ergebnis des Kinder-Gesundheitsberichts 2022 der Stiftung Kindergesundheit anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens.

Die Stiftung empfiehlt verschiedene Maßnahmen zur Stärkung der psychischen Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen:

  • Wartezeiten auf eine Psychotherapie verkürzen: durch die zeitweise Einbeziehung von Privatpraxen und in Kliniken tätiger Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen und Kinder- und Jugendpsychiater*innen,
  • dauerhafte Förderung psychotherapeutischer und psychiatrischer Angebote, die niedrigschwellig an Schulen angebunden sind, sowie Angebote der Jugendhilfe in besonders belasteten Wohnquartieren und
  • Schulfach „Gesundheit“ einführen, um die Gesundheitskompetenz von Kindern und Jugendlichen zu verbessern und auch das Risiko für psychische Erkrankungen zu verringern.

Die Expert*innen betonen auch, dass die Sozial- und Gesundheitspolitik mehr Anstrengungen unternehmen muss, um die soziale Ungleichheit der Kindergesundheit in Deutschland abzubauen. Hierzu schlägt die Stiftung vor:

  • Kinderarmut nachhaltig verringern,
  • einen Nationalen Aktionsplan „Kindergesundheit“ mit dem Fokus auf soziale Ungleichheit etablieren und
  • verhältnispräventive Maßnahmen zur Gesundheitsförderung durch Angebote in den Lebenswelten wie Kita und Schule stärken, insbesondere mit Fokus auf Hochrisikogruppen.

Neben Empfehlungen zur Stärkung der psychischen Gesundheit enthält der Bericht in elf Kapiteln auch Informationen und Empfehlungen zu weiteren Bereichen der Kindergesundheit, wie Mediennutzung, Ernährung und Übergewicht, Bewegungsaktivität und Bewegungsmangel, Kinder mit seltenen Erkrankungen sowie Klimawandel und Kindergesundheit.

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