EMDR bei Kindern und Jugendlichen als Psychotherapiemethode wissenschaftlich anerkannt
Wissenschaftlicher Beirat Psychotherapie veröffentlicht Nachgutachten
Die Wirksamkeit der Methode des Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) ist durch eine hinreichende Anzahl methodisch hochwertiger Studien belegt und kann damit als wissenschaftlich anerkannt gelten. Zu diesem Ergebnis kommt der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie (WBP) in seinem Nachgutachten, das er in seiner Sitzung am 9. März 2026 beschlossen hat.
Im Vergleich zum Gutachten des WBP zur EMDR-Methode bei Kindern und Jugendlichen vom 10. März 2025 hat sich die Evidenzlage von nun drei Studien, die als Wirksamkeitsbeleg anerkannt wurden, weiter verbessert. Für die wissenschaftliche Anerkennung ausschlaggebend war die Anerkennung einer Studie, die die Wirksamkeit der EMDR auch mindestens sechs Monate nach Therapieende belegt.
EMDR zählt zu den traumaadaptierten Behandlungsmethoden, die in internationalen und nationalen Leitlinien für die Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung empfohlen werden.
Für die Behandlung von Erwachsenen gilt EMDR seit dem Gutachten des WBP vom 6. Juli 2006 bereits als wissenschaftlich anerkannte Psychotherapiemethode für die Behandlung von PTBS. Die sozialrechtliche Anerkennung folgte mit Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vom 16. Oktober 2014. Seit 2015 kann EMDR bei gesetzlich krankenversicherten Erwachsenen als Psychotherapiemethode im Rahmen der Behandlung mit einem Psychotherapieverfahren gemäß Psychotherapie-Richtlinie angewandt werden.
Damit EMDR auch bei gesetzlich versicherten Kindern und Jugendlichen als Methode im Rahmen einer Behandlung mit einem Richtlinienverfahren erbracht und abgerechnet werden kann, bedarf es wiederum einer eigenen Methodenbewertung und Anerkennung durch den G-BA.
Das Verfahren einer erneuten Begutachtung der EMDR-Methode bei Kindern und Jugendlichen mit PTBS erfolgte auf Antrag von EMDRIA e.V. Deutschland.
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Veröffentlicht am 12. März 2026