Angst vor weiten Plätzen (Agoraphobie)

Manche Menschen fürchten sich vor engen Räumen wie Aufzügen, Bussen und Bahnen. Wenn sie Angst davor haben, dort eingeengt zu sein, erdrückt zu werden oder zu ersticken, können sie an einer Raumangst (Klaustrophobie) erkrankt sein. Wenn Psychotherapeut*innen von Platzangst (Agoraphobie) sprechen, dann meinen sie aber auch eine Furcht vor öffentlichen oder auch weiten Plätzen. Sie kann sich zu einer generellen Angst steigern, das Haus zu verlassen, weil Erkrankte auf weiten Plätzen Schwindel oder Herzrasen bekommen und ihnen dann keiner zu Hilfe kommt. Für Menschen mit einer Agoraphobie kann es deswegen schwer sein, unübersichtliche Plätze oder Räume zu durchqueren.

Häufigkeit und Verlauf

  • Circa zwei Prozent der Menschen erkranken im Laufe ihres Lebens an einer Agoraphobie.
  • Über die Hälfte der Menschen mit Agoraphobie leiden auch an einer Panikstörung.
  • Die Erkrankten meiden meist die angstauslösenden Orte und Plätze. Dies kann dazu führen, dass die Wohnung nicht mehr verlassen wird oder nicht mehr dem Beruf nachgegangen werden kann.
  • Eine Behandlung ist ratsam, da die Erkrankung nur selten von allein abklingt.

Therapie

  • Agoraphobien können sehr erfolgreich mit Psychotherapie behandelt werden.
  • Dabei erhalten Patient*innen die Unterstützung, sich mit angstauslösenden Situationen zu konfrontieren. Sie erleben dabei, dass diese Situationen, die sie gelernt haben zu vermeiden, in Wirklichkeit ungefährlich sind. Sie üben außerdem, sich in solchen Situationen nicht auf die Angst oder das Zittern und Herzrasen zu fokussieren, sondern andere beruhigende Faktoren wahrzunehmen.

Links und Literatur

  • Fachliteratur

Bandelow, B.; Wiltink, J.; Alpers, G. W.; Benecke, C.; Deckert, J.; Eckhardt-Henn, A.; Ehrig, C.; Engel, E.; Falkai, P.; Geiser, F.; Gerlach, A. L.; Harfst, T.; Hau, S.; Joraschky, P.; Kellner, M.; Köllner, V.; Kopp, I.; Langs, G.; Lichte, T.; Liebeck, H.; Matzat, J.; Reitt, M.; Rüddel, H. P.; Rudolf, S.; Schick, G.; Schweiger, U.; Simon, R.; Springer, A.; Staats, H.; Ströhle, A.; Ströhm, W.; Waldherr, B.; Watzke, B.; Wedekind, D.; Zottl, C.; Zwanzger, P.; Beutel, M. E. (2014). Deutsche S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen. www.awmf.org/leitlinien.html (2014). Abrufbar unter: https://www.researchgate.net/publication/305479086_S3-Leitlinie_Angststorungen [abgerufen am 15.10.2020].

In-Albon, T. & Margraf, J. (2011). Panik und Agoraphobie. In Klinische Psychologie & Psychotherapie (pp. 915-935). Springer, Berlin, Heidelberg.

Kessler, R. C.; Chiu, W. T.; Jin, R.; Ruscio, A. M.; Shear, K. & Walters, E. E. (2006). The epidemiology of panic attacks, panic disorder, and agoraphobia in the National Comorbidity Survey Replication. Archives of general psychiatry, 63(4), 415-424.

  • Ratgeber

Heinrichs, N. (2007). Ratgeber Panikstörung und Agoraphobie, Informationen für Betroffene und Angehörige. Göttingen: Hogrefe.

Schmidt-Traub, S. (2016). Angst bewältigen: Selbsthilfe bei Panik und Agoraphobie 6. Aufl. Berlin: Springer.

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