Psychotherapeutische Weiterbildung
Demonstration vor dem Deutschen Bundestag für die Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung
„Psychotherapie in Gefahr: Weiterbildung sichern“

Unter diesem Motto hatten am 21. Mai 2026 Studierende der Psychologie Fachschaften Konferenz und Absolvent*innen des neuen Psychotherapiestudiums zu einer Demonstration vor dem Deutschen Bundestag aufgerufen. Unterstützt wurden sie in ihrem Anliegen von Bundes- und Landespsychotherapeutenkammern, Verbänden, Hochschullehrer*innen sowie Aus- und Weiterbildungsstätten.
Anlass der Kundgebung war die drei Jahre nach einer erfolgreichen Petition im Deutschen Bundestag weiterhin unzureichende Finanzierung der Weiterbildung. Die Bundestagsabgeordneten Stefan Schwartze (SPD), Dr. Kirsten Kappert-Gonther (Bündnis 90/Die Grünen) und Evelyn Schötz (Die Linke) unterstützten in ihren Statements die Anliegen der Studierenden und Absolvent*innen.
»Zukunft braucht Nachwuchs und Nachwuchs braucht Weiterbildung“, machte Dr. Andrea Benecke, Präsidentin der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) in ihrer Ansprache unmissverständlich klar. Im Interesse des psychotherapeutischen Nachwuchses und der Versorgung psychisch kranker Menschen appellierte sie an die Regierungskoalition, die im Koalitionsvertrag getroffene Vereinbarung umzusetzen und die Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung zu sichern. Benecke wandte sich scharf gegen die mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vorgesehene Budgetierung, Deckelung und Kürzungen. Die vorgesehenen Maßnahmen würden der Versorgung und der Weiterbildung in unverantwortbarem Ausmaß schaden und dürften nicht beschlossen werden. „Verhindern Sie, dass sich die psychotherapeutische Versorgung durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz verschlechtert!“, forderte Benecke.
Auch drei Jahre nach der erfolgreichen Bundestagspetition sei die Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung noch immer nicht ausreichend gesichert, konstatierte Felix Kiunke, Initiator der Petition von 2023. Er forderte Gesundheitsministerin Warken auf, jetzt zu handeln, um die Weiterbildung und die Zukunft der Psychotherapie in Deutschland zu sichern.
In vielen Redebeiträgen wurde darauf hingewiesen, dass sich durch die am 1. April 2026 in Kraft getretenen Honorarkürzungen die Finanzierungsgrundlage für die Weiterbildung weiter verschlechtert hat und mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz weitere massive Einschnitte drohten, wenn im Rahmen des parlamentarischen Verfahrens keine Änderungen am Gesetzentwurf vorgenommen würden.
Veröffentlicht am 04. August 2026